Armut und Perspektivlosigkeit

Wetterextremen und Wirtschaftsbossen preisgegeben

Fluchtursache: Armut & Perspektivlosigkeit aufgrund von Abhängigkeiten

Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen, Stürme, Starkregenfälle – diese Wetterextreme hat es schon immer gegeben, aber stimmt es, dass sie durch den Klimawandel häufiger werden?

Ja, sind sich Meteorologen und Klimaforscher einig. Zwar ist es schwierig, einzelne Wetterextreme direkt mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen. Dennoch zeigen die bisher erhobenen Daten eine Häufung von Wetterereignissen, die mit der Erwärmung der Erde in Zusammenhang stehen.

Diese Wetterereignisse können Menschen von heute auf morgen ihrer Existenzgrundlage berauben, z. B. Überschwemmungen wie in Sierra Leone oder Hurrikans wie Irma und Harvey. Zwar gab es diese Ereignisse schon immer, aber es ist davon auszugehen, dass sie an Intensität und Häufigkeit zunehmen. Langanhaltende Dürren beeinflussen oft über Jahre hinweg das Leben und die landwirtschaftlichen Erträge der (Klein-)Bauern. Experten gehen davon aus, dass der Bürgerkrieg in Syrien auch aufgrund der schlimmsten Dürre, die das Land seit fast 900 Jahren erlebt hatte, mit verursacht wurde. Die Menschen zogen vom Land in die Stadt, wo sie u. a. mit Arbeitslosigkeit und Kriminalität konfrontiert wurden – der perfekte Nährboden für Spannungen und Konflikte innerhalb der Bevölkerung.  

Besonders arme Familien und Kleinbauern sind von einer guten Ernte abhängig und stehen nicht selten vor dem Ruin, wenn durch Wetterereignisse ihre Ernte zerstört wird. Darüber hinaus sehen sich diese Familien in der schwierigen Situation, dass sie – selbst bei guter Ernte – nur selten ihre Produkte für einen guten Preis verkaufen können. Die internationale Agrarindustrie überschwemmt die lokalen Märkte mit günstigeren Produkten oder zwingt Kleinbauern in Verträge, die sie nur schwer wieder kündigen können bzw. die sie zur Verschuldung zwingen, falls die Ernte nicht ausreicht. Kleinbauern in Afrika, Asien oder Lateinamerika leiden unter dem Preisdruck, der durch Agrarimporte generiert wird, oder können nicht mit den immer höheren hygienischen oder technischen Standards, die für den Anbau und die Weitervermarktung notwendig wären, Schritt halten.

Kleinbauern in vielen Ländern des globalen Südens stehen also unter großem Druck. Nicht selten geraten sie in Armut und Abhängigkeit, da sie Wetterextremen und der Agrarindustrie hilflos gegenüberstehen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Familien, die sich durch das Abwandern in eine andere Region oder ein anderes Land die Chance auf einen sicheren Lebensunterhalt erhoffen, die Strapaze einer Flucht/Migration auf sich nehmen.

Betroffene Gebiete

Besonders betroffen sind hiervon die Bewohner der ländlichen Gebiete Asiens, Afrikas und Lateinamerikas.

Anzahl potenzieller klimaflüchtlinge

Die Nansen Initiative spricht von rund 26,4 Millionen Menschen, die jährlich durch Wetterextreme und Naturkatastrophen dazu gezwungen werden, ihren Wohnort zu verlassen. Meist finden die Menschen in ihrem eigenen Heimatland einen neuen Wohnort, in einigen Fällen wandern sie aber auch in Nachbarstaaten aus.

was macht die jbn?

Gegen Wetterextreme ist leider auch die JBN machtlos, aber gemeinsam können wir uns dagegen wehren, dass unser Konsum und unser Wirtschaftssystem das Klima weiter verändern und anderen Menschen schaden.

Konsumkritische Stadtführungen

Wieviel Geld bekommt ein Arbeiter in Indien dafür, dass er mein T-Shirt näht? Welche Auswirkungen auf die Umwelt hat die Wurst auf meinem Brot? Und warum ist die Kiwi so billig, obwohl sie einmal um die halbe Welt zu uns verfrachtet wurde?

Diese und viele andere Fragen werden bei den konsumkritischen Stadtführungen beantwortet. Du lernst deine Stadt aus einem anderen Blickwinkel kennen und erfährst viel darüber, wie sich unser Konsumverhalten auf die Umwelt und die Menschen im globalen Süden auswirkt.

Die Stadtführungen sind von jungen Leuten für junge Leute gedacht und werden in mehreren bayerischen Städten durchgeführt.

Wenn du Interesse hast selbst konsumkritischer Stadtführer zu werden, dann setze dich hier mit uns in Verbindung.

TTIP  

Eine weitere Möglichkeit, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen, ist durch politische Aktionen. In den letzten Jahren war einer der Schwerpunkte der Arbeit der JBN der Kampf gegen das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA - TTIP (engl. Transatlantic Trade and Investment Partnership). Durch dieses Abkommen soll der Handel zwischen beiden Partnern erleichtert werden. Dies ist aber mit der Absenkung von Standards verbunden. Die Versprechungen über viele tausende neue Arbeitsplätze sind laut Wirtschaftsexperten nicht zu garantieren bzw. weiß man von anderen Freihandelsabkommen, dass die zuvor beschworene Arbeitsplatzflut nicht eingetreten ist und eher das Gegenteil eintrat, nämlich dass tausende Arbeitsplätze verloren gingen.

Besonders kritisieren wir auch die Art und Weise, wie dieses Abkommen, das jeden einzelnen Bürger in der EU und den USA betrifft, verhandelt wird. Die Gespräche über die Formulierungen und Festlegungen der Verträge finden nämlich im Geheimen statt. Weder Bundestags- noch Europaparlaments-Abgeordnete erhalten Einsicht in die Unterlagen über den Verhandlungsverlauf. Wirtschaftsverbände und Lobbygruppen sitzen hingegen mit den Unterhändlern an einem Tisch und können ihre Forderungen einreichen. Von einem demokratischen Prozess kann hier also keineswegs die Rede sein.

TTIP ist ein Freihandelsabkommen, dass letztendlich nur den internationalen Wirtschaftskonzernen zu Gute kommt. Auf Kosten von Demokratie, Arbeitnehmerrechten, Verbraucherschutz und Umwelt.

Wenn du dich gemeinsam mit uns gegen TTIP stark machen willst, findest du hier weitere Informationen.