Abnahme der landwirtschaftlichen Produktivität

Der Kampf um fruchtbares Land

Fluchtursache: Abnahme der landwirtschaftlichen Produktivität, Verfügbarkeit von (sauberem) Wasser und fruchtbaren Böden

Steigende Temperaturen und die Veränderung von Niederschlagsmengen, -zeiten und -intensitäten haben langfristig Auswirkung auf das Klima in allen Regionen der Welt. Zusammen mit dem Auftreten extremer Wetterereignisse beeinflusst diese Klimaveränderung die Grundlagen der Landwirtschaft weltweit. Manche Produkte können bald nicht mehr dort angebaut werden, wo sie jahrhundertelang Tradition waren. Nicht immer lässt sich eine Frucht, Getreide oder Gemüse durch den Anbau einer Alternative ersetzen.

Vielerorts ist schon heute die Verfügbarkeit von Süßwasser eingeschränkt, der daraus entstehende Engpass an Wasser führt zu Dürrestress und Ernteausfällen. Mangel an Süßwasser beeinflusst aber auch ganz direkt das Leben der Menschen. Besorgniserregend ist, dass insbesondere die Produktion von Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mais oder Getreide durch den Klimawandel bedroht ist. Vor allem Kleinbauern, die diese Lebensmittel zum Eigenverbrauch oder für die regionale Vermarktung anbauen, sind gefährdet. Zusätzlich wird gerade bei diesen Grundnahrungsmitteln die Lage dadurch verschärft, dass die Agrarindustrie Reis, Mais und Weizen im großen Stil anbaut und deren Preis durch Spekulationen am Weltmarkt bestimmt ist. Aufgrund dieser Spekulationen sind die Preise starken Schwankungen ausgesetzt. 

Die Landwirtschaft ist zwar zum einen mit am stärksten vom Klimawandel betroffen. Zum anderen trägt sie aber, vor allem aufgrund der industriellen Landwirtschaft, mit bis zu 12% zum weltweiten Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bei. Besonders kritisch ist die Tierhaltung sowie Fleisch- und Milcherzeugung zu sehen.

Der Klimawandel wird Anbaugebiete verschieben und nicht überall können die Menschen mit dem technischen Wissen und den finanziellen Möglichkeiten entgegensteuern wie wir in Europa oder Nordamerika. Gerade in Afrika und Asien werden die Menschen früher oder später auf diese Veränderung reagieren und sich neue Ackerflächen bzw. eine neue Lebensgrundlage suchen müssen. Dies birgt, durch die damit verbundene Binnenmigration, zum einen ein großes Konfliktpotenzial in den jeweiligen betroffenen Ländern. Aber auch langfristig wird dies ein Anreiz sein, dass sich Familien, auf der Suche nach einem sicheren Lebensunterhalt, auf den Weg in andere Länder machen.

Betroffene Gebiete

Asien und Afrika – in Afrika südlich der Sahara muss bis 2080 mit einem Rückgang bis zu 27% der Produktivität gerechnet werden. Für Teile Asiens wird dieser Rückgang sogar mit bis zu 32% angegeben. Betroffen ist vor allem auch der Anbau von Getreide und Reis – die Grundnahrungsmittel der Bevölkerung.

Was macht die JBN?

Gegen Fleischkonsum und für nachhaltige Landwirtschaft

Die JBN engagiert sich seit vielen Jahren zu den Themen Landwirtschaft und Ernährung (Essthetik-Kampagne, „Landschaft schmeckt”, „Wir haben es satt”-Demo, Irrfahrten der Landwirtschaft etc.). Durch Kampagnen und Aktionen möchten wir darauf aufmerksam machen, dass unsere Ernährung hier und heute direkte Auswirkungen auf die Natur und Menschen in unserem Umfeld, aber auch in den Entwicklungsländern hat.

Deshalb sind wir gegen TTIP und die damit verbundene Verwässerung von Lebensmittel- und Agrar-Standards, die nicht nur den Verbraucher, sondern auch die Umwelt und Nutztiere schützen. 

Seit vielen Jahren ist die Versorgung bei unseren Veranstaltungen vegetarisch/vegan, denn der Fleisch- und Milchkonsum in den Industriestaaten trägt zu einem großen Teil zu den Treibhausgasausstößen der Landwirtschaft bei – und fördert damit dem Klimawandel. Außerdem werden durch die Gewinnung von immer mehr Ackerflächen für den Futtermittelanbau Kleinbauern enteignet und Urwald unwiederbringlich zerstört.

Was tagtäglich auf deinem Teller liegt hat also Einfluss auf das Klima, die Umwelt und das Leben der Kleinbauern im Globalen Süden.

Wenn du mehr Informationen zum Thema Fleischkonsum haben möchtest, können wir dir den Fleischatlas empfehlen. Oder du schließt dich der JBN an und unterstützt uns aktiv bei unseren Aktionen zur nachhaltigen Landwirtschaft.